Pflege

Reha Klinik: Ein Aufenthalt, um den Körper wieder fit zu machen

Nach der Behandlung in einem Spital oder nach einer Operation müssen Seniorinnen und Senioren oft in eine Reha Klinik. Gerade ältere Menschen brauchen meist länger, um sich zu erholen und ihre volle Leistungsfähigkeit wiederzuerlangen. Doch ist eine Reha eigentlich nichts anderes als ein Spital? Wer übernimmt die Kosten eines Reha-Aufenthaltes?  Erfahren Sie Details in diesem Beitrag. 

Physiotherapeuten leiten Patienten an, spezielle Übungen zu machen.
Ein Physiotherapeut  hilft einem Patienten, Gewichte zu heben.  © Yuri_Arcurs / iStock / Getty Images Plus

Reha Klinik – das Wichtigste in Kürze:

  • Während eines Aufenthalts leiten Physiotherpeuten Patienten zu speziellen Übungen an. Mehr lesen Sie hier.
  • Eine Rehabilitation kann auch ambulant oder in der häuslichen Umgebung stattfinden. Weitere Details erfahren Sie hier.
  • Bei vielen Menschen entwickeln sich psychosomatische Erkrankungen, die in einer Reha therapiert werden können. Mehr Informationen entnehmen Sie hier.
  • Auf den Klinikaufenthalt folgt eine Physiotherapie für die Dauer von etwa sechs bis neun Wochen. Weitere Informationen lesen Sie hier.
  • Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, übernimmt die Grundversicherung der Krankenkasse die Kosten. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, lesen Sie hier.

Die Behandlungen im Spital und während der Reha bauen aufeinander auf. Im Krankenhaus erfolgt die ärztliche Therapie der eigentlichen Verletzung. Bei der Rehabilitation ist es das Ziel, mit einem angemessenen Training die ursprüngliche Beweglichkeit und Flexibilität wiederzuerlangen.

Was versteht man unter einer Reha?

Reha ist eine allgemein übliche Abkürzung für Rehabilitation. Gemeint ist die Wiederherstellung des normalen körperlichen und geistigen Zustands, wie er vor dem Unfall oder dem Aufenthalt im Spital bestanden hat.

Was wird in der Reha gemacht?

Je nach Zustand des Patienten leiten besonders die Physiotherapeuten zu speziellen Übungen an. Das Training verbessert die Beweglichkeit oder die Belastbarkeit bestimmter Muskelgruppen, die durch die Operation oder Verletzung in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Was ist eine stationäre Reha?

Eine Rehabilitation kann auch ambulant oder in der häuslichen Umgebung stattfinden. Genau gesagt ist jedes Training nach einer Beeinträchtigung eine Massnahme zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus, einer schweren Operation oder einer längeren Bettlägerigkeit kann es aber sinnvoll sein, die Reha stationär durchzuführen, weil der Betroffene für eine Entlassung nach Hause noch zu schwach ist. Durch das Training wird er in eine Konstitution versetzt, die seine Selbstständigkeit wieder herstellt und ein eigenständiges Handeln ermöglicht.

Was bedeutet psychosomatische Reha?

Aber nicht nur körperliche Beschwerden verlangen ein bestimmtes Training zur Rekonvaleszenz, also zur Wiederherstellung der Alltagskompetenz. Bei vielen Menschen entwickeln sich auch psychosomatische Erkrankungen. Durch eine Überlastung in Alltag oder Beruf, übermässigen Stress, fehlende Bewältigungskompetenz oder andere Defizite entsteht ein körperliches Leiden, das einer Therapie bedarf. Derartige Erkrankungen sind schwer zu erkennen, ihre Therapie ist langwierig und die Rehabilitation aufwendig.

Was wird in einer psychosomatischen Reha gemacht?

Ursache für die komplexe Behandlung ist der vielfach schwer durchschaubare Zusammenhang zwischen psychischen Ursachen und körperlichen Symptomen. Eine Reihe von Übungen und Trainingsprogrammen sollen den Patienten helfen, etwa Gesprächsgruppen, aber auch praktische, gestalterische Aufgaben, die ihre Alltagskompetenz wieder herstellen.

Wie lange dauert in der Regel die psychosomatische Kur?

Der Gesetzgeber sieht bei einer psychosomatischen Reha eine Behandlungsdauer von drei Wochen in einem Rehazentrum vor. Weil es sich aber meist um komplexe Störungen handelt, ist eine Verlängerung oft anzuraten und sogar vielfach medizinisch notwendig. Damit ergeben sich Behandlungszeiten zwischen vier und sechs Wochen.

Was macht man in einer geriatrischen Reha?

Ältere Menschen sind oft auf verschiedene Weise körperlich eingeschränkt. Eine besondere Rehabilitation im Rahmen der Geriatrie ist auf die Besonderheiten dieser Patientengruppe spezialisiert und behandelt die einzelnen Krankheitsbilder im Zusammenhang. Ziel ist die Wiederherstellung der Alltagsfähigkeiten des Seniors, seine Unabhängigkeit von Pflege und Betreuung durch andere.

Was ist der Unterschied zwischen Geriatrie und Reha?

Die Geriatrie ist ein besonderer Zweig der medizinischen Wissenschaft. Eine andere Bezeichnung ist Alters-Medizin, denn diese Fachrichtung befasst sich vor allem mit den Erkrankungen des älteren Menschen. Rehabilitation aber bedeutet «Wiederherstellung» eines – auch jüngeren – Patienten nach einem medizinischen Eingriff, nach Unfällen oder anderen gravierenden Beeinträchtigungen.

Für wen ist eine geriatrische Reha geeignet?

Besonders Patienten mit einer altersbedingten Multimorbidität finden in der geriatrischen Geriatrie kompetente Hilfe. Auch ein Sturz, plötzliche Zusatzerkrankungen oder andere Ereignisse können zu schweren Einschränkungen der Selbstständigkeit führen. Als ein Teilgebiet der Alltagskunde versucht die geriatrische Rehabilitation besonders, eine Abhängigkeit von einer dauerhaften Pflege zu vermeiden.

Wie lange dauert eine geriatrische Reha-Behandlung?

Durchschnittlich dauert eine geriatrische Rehabilitation zwischen vier und sechs Wochen. Unter Umständen kann aber auch eine längere Behandlung notwendig werden. Die Entlassung sollte erst erfolgen, wenn die häusliche Versorgung gesichert ist und die weiter erforderlichen Therapien auch ambulant durchgeführt werden können.

Wohin zur Reha in der Schweiz nach einer Hüftoperation?

In den Spitälern, die eine Hüftoperation durchführen, sind auch die entsprechenden Reha-Abteilungen für die Nachbehandlung eingerichtet. Allerdings gibt es auch Kurkliniken, die sich auf die Physiotherapie nach Hüftoperationen spezialisiert haben oder auf andere Reha-Behandlungen.

Wie lange bleibt man in einer Reha?

Auf den Klinikaufenthalt folgt eine Physiotherapie für die Dauer von etwa sechs bis neun Wochen. Die ersten Reha-Massnahmen beginnen am ersten Tag nach der Operation mit einer speziellen Gangschulung. Durch den Einsatz von Gehstöcken kommt es in den ersten sechs Wochen nur zu einer Teilbelastung der operierten Hüfte.

Wie viel kostet eine Reha in der Schweiz?

Wird die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse abgelehnt, müssen die Patienten die Leistungen selbst bezahlen. Die Tagessätze sind allerdings sehr hoch, sie liegen in den meisten Fällen ab 400 Franken. Bei einer Behandlungsdauer vom mehreren Wochen kommen also erhebliche Beträge zusammen. Der Betroffene sollte sich deshalb in jedem Fall um einen konkreten medizinischen Befund bemühen, der eine entsprechende Diagnose beinhaltet und die Notwendigkeit einer Rehabilitation eindeutig feststellt.

Wer übernimmt die Kosten einer Reha?

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, übernimmt die Grundversicherung die Kosten. Darunter fällt die Unterkunft, die Verpflegung und die Kosten für die medizinischen Behandlungen, die während eines Aufenthaltes durchgeführt werden.

Aber die Kosten werden nicht in jedem Fall übernommen. Patientinnen und Patienten können nur mit einer Kostenerstattung rechnen, wenn sie nachstehende Bedingungen erfüllen:

  • Ein Arzt hat die Kur verordnet
  • Die Krankenkasse hat die Kur von Anfang an genehmigt, der Arzt stellte ein entsprechendes Gesuch

Doch auch wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann es sein, dass die Krankenkasse die Kosten nicht voll übernimmt.

  • Die Krankenkasse übernimmt nur die Arzt- und Therapiekosten sowie einen Unkostenbeitrag von 10 Franken pro Tag maximal 21 Tage im Jahr. Die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung müssen Patienten selber tragen – abzüglich der 10 Franken täglich. Dauert die Kur länger als 21 Tage, übernimmt die Grundversicherung keine Kosten mehr – auch wenn eine Verordnung des Arztes vorliegt.
  • Krankenkassen übernehmen keine Kurkosten, wenn die Behandlung nur präventiven Charakter hat oder andere Ziele vorliegen, die nicht im Katalog Grundversicherung zu finden sind.
  • Kuraufenthalte im Ausland übernehmen Krankenkassen nicht

Man sollte sich in jedem Fall bei seiner Krankenkasse informieren. Sollte die Grundversicherung die Kosten übernehmen, kann es sein, dass die Zusatzversicherung die Kosten bezahlt.